Schnorcheln im Cape Range National Park // Australien Tag 6

 In Tagebuch

Heute waren wir ganz aufs Schnorcheln eingestellt. Die Nachteile blieben: 39 Grad Hitze und tausende Buschfliegen. Die Vorteile blieben allerdings auch: Korallenriffe und Schnorchelmöglichkeiten direkt vor der Küste und von schönen Stränden aus. In Exmouth tankten wir, kauften ein und informierten uns im Visitor-Centre über den Verleih von Taucherbrillen mit Sehstärke. Leider war die Mannschaft hier nicht gut informiert und behauptete, die würden hier gar nicht verliehen, man könne sie nur kaufen.

Kurz ließen wir die Köpfe hängen, zwei Tauchläden weiter waren wir aber schlauer: hier gab es Taucherbrillen für uns Kurzsichtige durchaus zu mieten! Glücklich machten wir uns mit dieser Beute in den Cape Range Nationalpark auf. Erstes Ziel war die berühmte Turquoise Bay. Allerdings gibt es hier vor einer „Nase“ des Strandes gefährliche Strömungen. Wir versuchten es also rechts davon in der ruhigeren Badebucht, waren aber bald etwas enttäuscht. Korallen und Fische sahen wir fast gar nicht. Also doch noch mal links von der Nase ins Wasser, denn hier sah man schon vom Ufer aus ein paar große helle Fische und kurz auch einen Rochen.

Trotzdem hatten wir auch hier im Wasser nicht so viel Glück, vielleicht trauten wir uns wegen der Strömung aber auch nur nicht weit genug raus. Es waren aber auch kaum andere Schnorchler unterwegs und mit unserer mangelnden Erfahrung waren wir eben lieber etwas vorsichtiger. Egal, es gibt ja noch andere Buchten! Also wieder raus aus dem langärmligen Badeanzug, rein ins Auto und ein Stück weiter gefahren.

In Oyster Stacks hatten wir dann richtig Glück. Leider gibt es hier keinen Sandstrand, man muss über Felsbrocken ins Wasser klettern. Wenn man die letzten Schritte über die rauen, teils scharfkantigen Felsen allerdings schon in den Flossen unternimmt, geht das ganz gut. Und hier vergingen die folgenden zweieinhalb Stunden wieder wie im Fluge. Von einem bunten Fisch schnorchelten wir zum nächsten, hier eine riesige Muschel, dort hellgrüne Korallen, da drüben welche in lila. Unter den großen Felsen ruhten sich auch große Schwärme größerer, heller Fische aus. Fische in Regenbogenfarben, blau, schwarz-weiß und orange, mit verschiedensten Mustern und Formen, alles dabei. Korallen wie Gehirne, kleine Bäumchen oder Kohlblätter. Immer wieder entdeckten wir die nächste „Sehenswürdigkeit“ und alles zum Greifen nah.

In Oyster Stacks darf man tatsächlich nur bei Flut schnorcheln (war gerade), ansonsten sind die Korallen zu nah unter der Oberfläche, weshalb man die Korallen oder sich selbst verletzen könnte. Sehr nah also. Allerdings gibt es auch hier eine gewisse Strömung und auf Dauer wird das Schnorcheln doch anstrengend, wenn man es nicht gewohnt ist. Und so stiegen wir nach den zweieinhalb Stunden begeisterten Schauens ziemlich erschöpft und mit zitternden Beinen an Land.

Der Campingplatz in Osprey Bay war nicht weit und unser reservierter Stellplatz wieder mit Sicht aufs Meer. Kaum stiegen wir aus und gingen an den Strand, hob ein großer, ca. 1,8-m-langer Waran seinen Kopf und wir sahen ihn gemächlich und züngelnd am Strand entlang spazieren. Wir freuten uns, ihn zu sehen, hielten aber respektvollen Abstand.

Auch sonst fühlen sich die Tiere hier wohl, nach Einbruch der Dunkelheit (und Abwesenheit der Fliegen) krabbelten Krabben vom Meer aus bis direkt vor unseren Camper. In der Abenddämmerung nutzen wir die fliegenlose Luft dann noch für eine schnelle improvisierte Outdoordusche mit Blick auf den indischen Ozean. Später hüpfte ein Känguru nur einen Meter neben uns über den Stellplatz. Beim Abendessen saß ein weiteres Känguru die ganze Zeit neben uns in einem Busch. Abendessen mit Känguru also.

Tagebuchprotokoll vom 10. März 2018
Gefahrene Distanz: 245 Km
Gelaufene Distanz: 1,5 Km
Unterkunft: Osprey Bay Campground – Cape Range NP
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