Die Wildnis von Te Urewera // Neuseeland Tag 44

 In Tagebuch

Wie gestern gesagt waren wir heute wieder in der Wildnis, über 70 km schlechte Schotterstraße von der Zivilisation entfernt. Wir erwachten in Mokau Landing, dem DOC-Campground, den wir gestern erst im Dunkeln erreichten. Er liegt sehr schön am Lake Waikaremoana mitten im Nationalpark Te Urewera im Osten der neuseeländischen Nordinsel.

Te Urewera ist allerdings nicht nur ein Nationalpark, sondern wurde sogar im juristischen Sinne als Person anerkannt: das 2120 km² große Gebiet kann somit niemandem gehören und wird von Vormündern „betreut“ bzw. verwaltet, dazu gehören Mitglieder der ansässigen Maoristämme, aber auch des britischen Königshauses. Dabei ist hier gar nichts, abgesehen von viel Urwald, mehreren Seen, vielen Wasserfällen und Wildtieren. Die meisten Bereiche sind ohnehin nicht zu erreichen. Man ist hier auf fast 600 m Höhe und das Wetter ist wohl oft mäßig, die hiesigen Maori nennen sich nämlich „Kinder des Nebels“.

Wir sind aber offenbar Sonnenkinder, zumindest hatten wir an diesem Tag ausgezeichnetes Wetter. Wir waren zum ersten Mal in diesem Gebiet, sollten wir wiederkommen, dann gerne mit längerem Aufenthalt hier. Besonders beeindruckten uns hier die großartigen, gut zu erreichenden und zu bewundernden Wasserfälle. Die Mokau und Tauwhare Falls sieht man gleich von der Straße aus, sich im Tal gegenüberliegend. Zu den Papakorito Falls muss man zwei Minuten gehen, aber das lohnt sich, sie gehören zu den 5-10 besten Wasserfällen, die wir je gesehen haben. Über 20 Meter breit fällt der Fluss hier über einen Fels in die Tiefe, was man aus direkter Nähe betrachten kann.

Zu den doppelten Aniwaniwa Falls kann man auf mehrere Weisen: von der Straße aus sieht man sie von oben (und wie der Fluss sich teilt), auf einem kleinen Track kann man aber auch an beide Stufen direkt rangehen. Über den Hinerau Track kommt man schließlich zum Wasserbecken am Fuße der unteren Stufe, mit ein bisschen Kletterei direkt an die Felsen am Fluss. Auch diese Fluss- und Wasserfalllandschaft gehört zu den beeindruckendsten, an denen wir bisher waren. Einziges Problem: die Schilder hier sind wirklich schlecht und man muss ein bisschen auf Verdacht die Wege suchen. Aber es sind jeweils nur kurze Strecken und die Wasserfälle findet man durch ihr Rauschen immer.

Unsere letzte Wanderung war noch an den unberührten Lake Waikareiti (7 km hin und zurück, 300 angenehme Höhenmeter). Durch schönen Ur- und Buchenwald geht man einen einfachen und wirklich angenehmen Weg nach oben, man merkt den Anstieg kaum. Oben am stillen See haben wir dann Mittagspause gemacht und die Ruhe genossen. Runter ging es dann schneller, denn wir hatten ja noch etwas vor uns: die Rückfahrt!

Also wieder 76 km dieser Schotterstraße, die wiederum zu den schlechtesten gehört, die wir je gefahren sind. Die Straße in den Kahurangi Nationalpark war eventuell noch schlechter, aber das war auch nur eine Stichstraße auf einigen Kilometern und nicht der Highway! Wenn man Te Urewera besucht, dann also lieber von Osten kommend. Wobei man hier westlich auch einige Maori-Siedlungen sieht, was ganz interessant ist, und vielen Tieren begegnet. Nachts waren es noch mehr, aber auch tagsüber stehen jede Menge Rinder und vor allem Pferde direkt an der Straße. Ob die halb wild oder nur kurz ausgebüxt sind, ist uns nicht ganz klar, aber irgendwie ist das ein netter Anblick!

Endstation war dann am Lake Rotorua, wo wir noch Wäsche wuschen und mal wieder Internet hatten. Hier haben wir für unseren vorletzten Tag in Neuseeland noch ein kleines Highlight gebucht….

 

Tagebuchprotokoll vom 18. Februar 2018
Gefahrene Distanz: 181 Km
Wanderung: 11,5 Km
Unterkunft: Affordable Willowhaven Holiday Park, Ngongotaha
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