Zwischen vulkanischem Geblubber und Waldeinsamkeit // Neuseeland Tag 43

 In Neuseeland, Tagebuch

Morgens nach dem Frühstück nochmal baden gehen, ist eine feine Sache! Und genau so machten wir es heute auf dem Campingplatz bei den Waikite Valley Thermal Pools. Check out ist nämlich erst um 11, vorher darf man schon baden gehen, wobei die normalen Badegäste erst ab 10 dazustoßen. So hat man die Pools quasi für sich und kann das warme Wasser nochmal richtig genießen. Unser zweiter Besuch hier hat sich also wieder gelohnt und für uns ist und bleibt das ein wunderschöner Geheimtipp.

Als nächster Punkt stand das Waimangu Volcanic Valley und sein Geothermalgebiet auf dem Programm. Gegen Eintritt darf man hier auf gut ausgebauten und beschilderten Wegen herumlaufen und sich mithilfe guter Beschreibungen die geothermalen Wunder ansehen, die sich an dieser Bruchstelle der Erde so ergeben. Dabei ist Waimangu das jüngste hydrothermale System, es entstand nämlich erst 1886. Bei einem Ausbruch der zahlreichen Krater in diesem Gebiet veränderte sich das Tal komplett und überall entstanden die heißen Quellen und Seen, die man nun besichtigen kann. Der örtliche Geysir war leider nur von 1900 bis 1904 aktiv.

Am interessantesten sind der dampfende „Frying Pan Lake“ (letzter Ausbruch 1917, Dampfexplosionen 1973!) und der extrem türkise Inferno Crater, dessen Wasserpegel sich ständig ändert. Letzterer ist dann doch nochmal türkiser als alle Gletscherseen, die wir bisher gesehen haben, es ist beinahe unwirklich. Sehr hübsch ist auch mehrere heiße Quellen, die an unterschiedlichen Stellen hochkommen, Silikatterrassen mit bunten Algen und eine Quelle, die wie an einem Trinkbrunnen in die Höhe sprüht (Vogelnest Terrasse).

Man kann ziemlich lange im Gebiet spazieren gehen und hat immer wieder schöne Ausblicke über das Tal bis hin zum Vulkan und See Tarawera. Die Vegetation wurde bei den Ausbrüchen 1886 komplett vernichtet und es ist schon faszinierend zu sehen, dass die Natur in dieser feindlichen Umgebung doch wieder alles zuwuchert. Und der Vorteil an diesem Geothermalgebiet ist, dass wirklich nicht so viel los ist, obwohl es sehr interessant ist und man viel lernt. Dennoch würden wir für einen ersten Neuseeland-Besuch auch eher Wai-O-Tapu empfehlen (da waren wir letztes Mal), dort sind zwar mehr Touristen, aber es ist schon auch spektakulärer und deutlich bunter.

Auf dem Parkplatz haben wir mal noch Handynetz bzw. Internet genutzt. Und dann begann das Abenteuer erst so richtig, denn wir fuhren Richtung Te Urewera. Mehr zu diesem Nationalpark morgen, nur so viel: es ist mal wieder eine absolute Wildnis, fast noch einsamer und verlassener als das East Cape. Man erreicht das Gebiet von Westen aus auch nur über gut 70 km teils wirklich abenteuerliche Schotterstraße… Wir brauchten drei Stunden für die 130-km-Strecke nach Mokau Landing, unserem auserwählten DOC-Campground, und kamen erst nach neun Uhr im Dunkeln dort an. Immerhin haben wir keine Possums oder andere Tiere überfahren.

 

Tagebuchprotokoll vom 17. Februar 2018
Gefahrene Distanz: 137 Km
Wanderung: 28 Km
Unterkunft: Mokau Landing DOC Campground
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