Vom Lake Taupo ins Thermalbad // Neuseeland Tag 37

 In Neuseeland, Tagebuch

Manchmal fängt der Tag nicht so gut an und dann wird man doch noch überrascht. Der Campingplatz in Turangi und besonders seine sanitären Anlagen waren etwas seltsam (aber immerhin nicht schmutzig), WLAN funktionierte nicht und das Wetter hielt, was der Wetterbericht versprochen hatte: viel Regen.

Dabei war es bei 20-24 Grad und 98% Luftfeuchtigkeit immer noch erstaunlich schwül. Erste Station nach ein paar Erledigungen in Turangi war der Lake Taupo. Schon vor sieben Jahren hatten wir nicht viel vom größten See Neuseelands gesehen, diesmal hüllte er sich auch weitgehend in Wolken. Trotzdem machten wir zwei Fotostopps und hielten den See und vor allem die schwarzen Schwäne fest.

Am Parkplatz am See kam plötzlich eine ältere Frau zu mir, ganz offensichtlich Neuseeländerin. Ob ich nicht etwas Kuchen haben wolle, sie habe erst gestern gebacken und mache jetzt hier mit ihrem Mann Lunch-Pause… Klar wollte ich. So was passiert einem auch nur in Neuseeland! Die Frau war schrecklich nett, der Kuchen allerdings (für unseren Geschmack) ziemlich unerträglich. Unten eine klebrige Masse mit Nüssen, obendrauf kandierte Kirschen, Stücke von Marshmallows und eine dicke Schicht Schokolade. Pappsüß und durch Kirschen und Marshmallows wirklich eine seltsame Konsistenz, höchstens geeignet für einen Kindergeburtstag. Aber es war ja mehr als gut gemeint!

Nachdem wir die Kuchenstückchen einigermaßen verdaut hatten, fuhren wir zu den Aratiatia Rapids. Diese ursprünglich natürlichen Stromschnellen, jetzt unterhalb eines Geothermal-Kraftwerks, werden ein paar Mal am Tag durch Öffnung der Schleusen aus dem Stausee befüllt und in den Originalzustand versetzt. Es ist faszinierend zu beobachten, wie schnell und hoch der Wasserspiegel steigt und das Wasser dann durch den engen Flusslauf zwischen den Felsen schießt. Beobachten kann man das einerseits von der Brücke bei den Schleusen, andererseits von zwei Aussichtspunkten etwas unterhalb. Leider regnete es auch während dieses Spektakels.

Die „Huka Falls“ in der Nähe werden teilweise als die schönsten Wasserfälle Neuseelands bezeichnet. Wobei wir uns nicht ganz sicher waren, ob wir das wirklich als Wasserfälle bezeichnen würden. Eigentlich rast der mächtige Fluss hier „nur“ über eine etwas höhere Stufe, also wieder Stromschnellen und Gesprudel. Ob Wasserfall oder nicht, in jedem Fall ist das bei den Wassermassen ein beeindruckender Anblick!

Und dann haben wir noch einen echten Geheimtipp: der Campingplatz im Waikite Valley, der irgendwie in keinem (unserer) Reiseführer steht. Wenn man hier übernachtet, ist der Eintritt in die Waikite Valley Thermal Pools nämlich inklusive. Und mag der Campingplatz an sich auch nicht besonders sein, so ist das Thermalbad um so netter! Sechs verschiedene Pools (37-39 Grad und 39-42 Grad warm) in wirklich schöner Umgebung mit Ausblick auf den dampfenden Fluss warten auf einen, wobei das Wasser ganz naturbelassen ist und nur abgekühlt wird. Man kann auch einen kurzen Pfad entlang zur Quelle gehen, aus der die größte Heißwasserquelle Neuseelands mit 98 Grad emporsprudelt. Noch besser ist, dass das Wasser hier kaum Schwefel enthält, sodass weder Wasser noch Luft danach „riechen“. Hier haben wir jedenfalls einen sehr entspannten Spätnachmittag und frühen Abend verbracht. Der Regen von oben stört einen da auch nicht mehr.

 

Waikite Valley Thermal Spring

 

Tagebuchprotokoll vom 11. Februar 2018
Gefahrene Distanz: 131 Km
Wanderungen: 3 Km
Unterkunft: Waikite Valley Thermal Pools Campground

 

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