Kanada Tag 10 // Medicine & Maligne Lake im Jasper Nationalpark

 In Tagebuch

16.09.2017 – Wieder ein kalter, klarer Tag. Diesmal machten wir die Heizung schon vor dem Aufstehen an und konnten dann im luxuriös vorgewärmten Minnie Winnie frühstücken. Der Pocahontas-Campground ist riesig und die Stellplätze wirklich weit voneinander entfernt, sehr viel Privatsphäre. Eigentlich sieht man nur Wald, wenn man rausschaut.

Das Feuerverbot wegen Waldbrandgefahr ist am 15.9. nach Wochen (Monaten?) wieder aufgehoben worden und so sahen wir beim Rausfahren viele Campfeuer. Feuerholz ist in Alberta gratis und so packten wir auch noch ein Stämmchen ein. Sehr viele Leute waren mit Zelt und Auto da, was wir uns bei Minusgraden nicht so recht vorstellen können, aber Kanadier halt…

Kurz nach Verlassen des Campgrounds begaben wir uns auf den kurzen Pocahontas Mine Trail, wo noch Überreste der Minenarbeiten zu sehen sind. Ehrlich gesagt nicht sonderlich spannend. Interessanter war der Blick auf den Pyramid Mountain aus nördlicher Richtung – wir wissen jetzt, wie er zu seinem Namen kommt! Dann tankten wir in Jasper und fuhren in die Maligne Road ein. Bald nach Beginn dieser Straße im Jasper Nationalpark kann man den 4,4 km langen (hin und zurück, 200 Höhenmeter geschätzt) Maligne Canyon hinab und wieder hoch wandern.

Eine wirklich sehr, sehr tiefe Schlucht, die der teilweise aber auch im karstigen Gestein verlaufende Gebirgsfluss da in den Kalkstein gegraben hat. Einen weiteren Beweis für den karstigen Untergrund sieht man am Medicine Lake, der scheinbar ohne Abfluss verschwindet. Tatsächlich versickert das Wasser im Gestein und kommt an unterschiedlichen Stellen wieder an die Oberfläche. Ähnlich wie zum Beispiel im Friaul in Italien.

Am Medicine Lake machten wir Mittagspause und saßen auf den großen Gesteinsbrocken am See. Die ganze Szenerie hat etwas Unwirkliches, dazu tragen auch die überall aufragenden schwarzen Baumgerippe bei, denn rings um den See hat 2015 ein heftiger Waldbrand gewütet. Außerdem beobachteten wir ein marderähnliches, nasses Tierchen, das zwischen den Steinen herumturnte und auch mal schwimmen ging.

Ab und an machten wir an Lookouts halt, bis wir an unserem Ziel, dem großen und langgestreckten Maligne Lake ankamen. Hier entschlossen wir uns, noch den 8,6 km langen (das letzte Stück ließen wir weg) Bald Hills Trail zu machen, wo uns tolle Blicke über den See von oberhalb der Baumgrenze versprochen wurden. Nach 460 Höhenmetern waren wir oben auf 2140 Metern angelangt und hatten tatsächlich einen tollen Blick auf die umliegenden Gebirgszüge und den Maligne Lake.

Auf dem Rückweg vom See nach Jasper sahen wir nur diesbezügliche Warnschilder, aber keine Cariboos. Erst in der Nähe des großen Whistler‘s Campgrounds sahen wir wieder einen großen Rothirsch mit prächtigem Geweih und putzig hellem Hintern. Anscheinend ist gerade Brunft und man sollte unbedingt Abstand halten, er stand aber sowieso am gegenüberliegenden Flussufer.

Allerdings treiben sie sich wohl auch auf unserem heutigen Campground herum, auf dem wir in der Dämmerung ankamen – der benachbarte Wapiti-Campground war schon komplett belegt, obwohl Nebensaison ist! Heute Nacht soll es nicht ganz so kalt werden und wir merken auch, dass wir nicht mehr so hoch sind wie auf dem Pocahontas.

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