Auf der Flucht vor der Hitze // Australien Tag 8

 In Tagebuch

Nach der feucht-heißen Nacht heute gab es eigentlich nur noch den Wunsch nach Kühle. Nochmal schnorcheln gehen wollten wir aber auch nicht, nach drei Tagen war es uns irgendwie genug. Also versuchten wir zu fliehen und zwar in den (kühleren) Süden. Gut 600 km legten wir heute also zurück.

In Neuseeland wäre eine solche Strecke kaum an einem Tag machbar, hier in Australien ist das zum Glück kein großes Problem: der Highway verläuft schnurgerade durch das Outback. Zunächst noch staubtrocken, mit viel rotem Sand, hier und dort kargem Gestrüpp und immer wieder hochaufragenden Termitenhügeln, die als orangerote Kegel in der Landschaft stehen wie Zipfelmützen. Später durchquerten wir Landstriche, in denen kürzlich Buschbrände alle Vegetation versengt hatten. Übrig geblieben sind kaum mehr als roter Sand und Känguru-Knochen…

In Carnarvon machten wir kurz dann Mittagspause (den Camper konnte man wegen der Fliegen wieder fast nicht verlassen) und holten uns nochmal die leckeren kleinen Carnarvon-Bananen im Iga. Der weibliche Teil unsere Reisegesellschaft war heute von der Hitze ziemlich mitgenommen und hatte selbst auf die Bananen keinen richtigen Appetit. Kein Wunder bei fast 40 Grad und relativ hoher Luftfeuchtigkeit. Am späteren Nachmittag änderte sich dann die Landschaft: das Buschwerk am Strassenrand wurde dichter und hier und da waren sogar einzelne Eukalypten darunter.

Station für die Nacht machten wir letztlich im Billabong Roadhouse. Roadhouses sind typisch australische Einrichtungen am Highway: Tankstellen mit kleinem Laden und/oder Kneipe im Nirgendwo, Versorgungsstationen, Treffpunkt, Rettung in der Not. Und oft kann man hier auch übernachten, im Billabong Roadhouse sogar umsonst. Luxus darf man dafür nicht erwarten, das Bad ist etwas in die Jahre gekommen, aber besser eine Dusche als keine.

Ansonsten blieb es weiter unerträglich, im Camper konnte man wegen der Hitze nicht bleiben, draußen belagerten einen unglaublich viele Buschfliegen. Wir versuchten, es bis zum Sonnenuntergang mit den Fliegennetzen auf dem Kopf auszuhalten. Kurz danach verschwanden die Fliegen wie immer, die Hitze heute aber leider nicht. Es kühlte einfach nicht ab und wir hatten um 23 Uhr immer noch schwüle 36 Grad. Kochen, essen und duschen waren also auch nur mittelmäßig erfreulich und auch sonst waren wir zu nichts mehr in der Lage. Flach ins Bett legen, alle Fenster offen, Hörbuch hören und auf einen Windhauch warten. Irgendwann schliefen wir dann doch ein.

Tagebuchprotokoll vom 12. März 2018
Gefahrene Distanz: 623 Km
Gelaufene Distanz: 0,5 Km
Unterkunft: Billabong Roadhouse
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Wenn wir nicht hier sind, dann sind wir auf dem Sonnendeck. Oder am Strand. Auf nette Anfragen per Mail reagieren das Beutelthierchen und sein Team aber schnellstmöglich.

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