Kanada Tag 06 // Springende Lachse, Seen & faszinierende Wasserfälle im Wells Gray Nationalpark

 In Tagebuch

12.09.2017 – Den heutigen Tag haben wir komplett im Wells Gray Nationalpark verbracht. Der Park ist fest in deutscher Hand, wir haben viel Deutsch bei anderen Touristen gehört, alle Schilder sind auch auf Englisch und Deutsch. Chinesen dringen bis hier hin anscheinend nicht vor. Am Ende sind es aber auch 23 km geschotterte Straße, ohne unsere Neuseeland-/Australien-Erfahrung hätten wir uns das vielleicht auch nicht zu fahren getraut.

Vom Campingplatz ging es also gleich zum Bootsanleger (Kanus) des Clearwater Lakes, wo wir so gut wie alleine waren. Ein schöner, ruhiger, sehr großer See. Danach waren wir ebenfalls mutterseelenallein auf der 40-minütigen Wanderung (hin und zurück) zu den Sticta Falls eines Gebirgsbachs. Glücklicherweise waren auch keine Bären da.

Bei Norman‘s Eddy sind wir 30 Minuten lang am Fluss entlang gestromert. Dann kam mit Bailey‘s Chute ein Highlight: hier können Lachse die Felsstufe im Flussbett und die Stromschnelle nur durch weite Sprünge überwinden. Tatsächlich konnten wir ungefähr zehn Lachse erspähen, die mit kleineren und größeren Sprüngen versuchten, flussaufwärts und nach oben zu kommen. Für uns unvorstellbar, dass das bei dieser Wassergewalt und Höhe auch nur ein einziger Lachs schafft! (20 Minuten Weg hin und zurück).

Auch die 1947 aufgegebene Ray Farm mit der größeren gerodeten Fläche im Wald und den sehr mineralischen Quellen, die aus dem Boden sprudeln, hat uns sehr gefallen. Gerade als wir dort waren, entfernte eine Rangerin die Gesperrt-Schilder und gab damit (für uns überraschend) die Wanderwege wieder frei! Das Wetter wurde immer schöner und wir sahen immer wieder die Sonne.

Wir marschierten von der ehemaligen Farm also gleich weiter an die „Mineral Spring“, wo die Ablagerungen der Quelle einen Mini-Vulkan haben entstehen lassen. Zurück ging es entlang des kleinen, bräunlichen Alice-Lakes, an dessen Ufer wir wieder ganz allein waren – mal von winzigen Fröschchen abgesehen. Insgesamt waren wir hier bestimmt 45-60 Minuten unterwegs.

Danach folgte ein toller Wasserfall auf den anderen, jeweils nach kurzen Fußwegen zu erreichen. Die Helmcken Falls sind mit 137 m die dritthöchsten in ganz Kanada, ein mächtiges Geprassel. Die Dawson Falls sind zwar nicht sehr hoch (nur 18 m), aber dafür wahnsinnig breit (90 m!), ein ganzer Fluss stürzt hier in die Tiefe. Außerdem kann man sie sich auch von oberhalb der Fälle ansehen, spannend! An beiden Orten jede Menge Gischt.

An den Spahats Falls erstaunt und beeindruckt vor allem der riesige Canyon aus Lava-Gestein, in das sich der Fluss tief eingeschnitten hat. Insgesamt ein sehr voller und anstrengender Tag mit unterschiedlichsten Eindrücken. Nur Tiere haben wir kaum gesehen, nur ein paar Eichhörnchen und Vögel. Dann haben wir uns tatsächlich auf den kommerziellen Campground in Clearwater gestellt, haben geduscht, zum ersten Mal Wäsche gewaschen und sind nach unseren Mac‘nCheese sehr müde ins Bett gefallen.

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Kontakt

Wenn wir nicht hier sind, dann sind wir auf dem Sonnendeck. Oder am Strand. Auf nette Anfragen per Mail reagieren das Beutelthierchen und sein Team aber schnellstmöglich.

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