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ach all dem Stadtleben und den ganzen aufgebrezelten Menschen in Wellington hatten wir natürlich wieder richtig Lust auf Natur, frische Luft, Einsamkeit und Wandern. Also fuhren wir am 30.1. schnurstracks aus der Stadt raus und über die uns schon bekannten, damals von Masterton aus überquerten Rimutaka Ranges in das Weinbaugebiet Wairarapa. In den Wein- und Delikatessenorten Martinborough und Greytown hielten wir aber gar nicht, sondern fuhren weiter bis an die Südküste, um dort den südlichsten Punkt der Nordinsel, Cape Palliser, zu erkunden.

Auf dem Weg dorthin liegen allerdings die Putangirua Pinnacles, zu denen man wandern kann, was wir natürlich nicht versäumten. Hier stehen nicht nur eindrucksvolle, von Wasser und Wind aus dem lockeren Gestein gelöste Felssäulen in der Gegend herum, hier wurde auch mal wieder ein Teil aus „Herr der Ringe“ gedreht: Aragorns Ritt in die Pfade der Toten.

So sieht die karge Landschaft auch aus und bei Sturm ist es wahrscheinlich nicht ganz ungefährlich zwischen den weichen Steintürmen… Wir drei stapften jedenfalls durch das hinführende Flussbett und dann sowohl auf einen Aussichtsberg, von dem aus man die Pinnacles von oben bewundern konnte, als auch wagemutig zwischen ihren Füßen herum, was dann doch ein klein wenig unheimlich war.


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eben Napier gibt es noch eine zweite Art-Deco-Stadt in der Hawke’s Bay, Hastings, wo wir am 27.1. einen kurzen Zwischenstopp machten. Auch nett, aber nur einige Art-deco- bzw. Spanish-Mission-Bauten, der Rest ist durchschnittlich. Deshalb ging es dann auch zügig – und deutlich spektakulärer – weiter.

Uhrenturm Hastings

Der hübsche Uhrenturm in Hastings.

Zunächst fuhren wir auf die Hügelspitze Te Mata Peak, die nicht besonders hoch ist (400m), aber eine wirklich schöne Rundum-Aussicht bietet: Hügel, Meer, ein Fluss, die Vulkane Ruapehu und Tongariro weit im Hintergrund. Und weiter ging es nach Süden, ohne viele Unterbrechungen bis nach Castlepoint an der Ostküste.

Dort steht ein schlanker weißer Leuchtturm auf einer Felsklippe, die man nur über eine Sandbank erreichen kann. Da sind wir also hinauf und haben die Aussicht über die Küste genossen, dann sind wir ein Stück den Strand entlang und auf den Castle Rock, der Bucht und Leuchtturm noch ein Stück überragt und von dem wir fast heruntergeweht wurden.


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igentlich könnte man sich nach einer Wanderung wie unserer über den Vulkan Tongariro ja ausruhen. Taten wir aber nicht, war ja klar… Noch am Abend nach der Wanderung (25.1.) fuhren wir nach Napier, wo wir in der sehr netten Jugendherberge (mit Meerblick!) unterkamen. Da haben wir noch schnell gekocht und im hübschen Innenhof gegessen, das war es aber auch.

Erst am nächsten Tag (26.) sind wir durch die Stadt Napier gegangen und haben uns die berühmten Art-deco-Fassaden angesehen. 1931 stürzte die halbe Stadt bei einem Erdbeben zusammen und man entschloss sich, vieles im Stil des Art deco aufzubauen.

Beeindruckender als die ganz ansehnlichen (für jugendstilverwöhnte Europäer aber dann doch nicht sooo besonders bemerkenswerten) Fassaden ist die Lebendigkeit der Stadt. Viele Cafés mit Tischchen und Stühlen draußen, eine lebhafte Fußgängerzone mit Straßenmusikanten, eine Promenade am Meer, alles was ein Küstenort braucht. Und das Art deco führt immerhin dazu, dass die Stadt deutlich weniger hässlich ist und weniger dem neuseeländischen Einheitsbrei kleinerer Städte entspricht.


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W

ir waren shoppen! Den Vormittag des 22.1., Samstag, haben wir tatsächlich dazu genutzt, durch die Einkaufsstraße von New Plymouth zu tigern und noch ein Wanderhemd und einen Hut für Marc bei Kathmandu (neuseeländische Marke) zu erstehen.

Dann haben wir uns allerdings in unser Auto geschwungen und auf den Weg vom einen Vulkan zum nächsten nach Osten gemacht, vom Taranaki zum Tongariro. Dazu haben wir den „Forgotten World Highway“ benutzt, der von Stratford nach Taumarunui führt. Toller Name, tatsächlich ist die Route nicht besonders spektakulär und auch nicht verlassener als andere Strecken, landschaftlich aber doch ganz hübsch. Es gibt an den Pässen immer wieder Aussichtspunkte auf Taranaki, die umliegenden Täler und rüber zum Tongariro bzw. Ruapehu. Allerdings war es auf der Fahrt bedeckt und irgendwann fing es an zu regnen, sodass man leider wirklich keine gute Sicht hatte.


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G

lühwürmchen glühen. In Neuseeland glühen Glühwürmchen praktischerweise an Höhlendecken, sodass man sie den ganzen Tag lang  und nicht nur nachts bestaunen kann. Und obwohl wir schon einige wenige Glühwürmchen in der Karangahake Gorge gesichtet haben, glühen sie offenbar ganz besonders gerne in den Höhlen rings um Waitomo.

Auch sonst haben diese Glowworms (Arachnocampa luminosa) nicht besonders viel mit europäischen Glühwürmchen zu tun. Sie können nicht fliegen, sondern sind Larven, die an Höhlendecken kleben und dort lange klebrige Fäden spinnen, die herunterhängen. Dann glühen sie, in Gruppen, damit in die Höhle fliegende Insekten glauben den Sternenhimmel über sich zu haben und hinfliegen. Sie verheddern sich und werden von den Glowworms gefressen. Nicht besonders romantisch. Fressen müssen sie aber, denn einmal verpuppt und als Fliege geschlüpft zeugen sie nur weitere Glowworms und sterben bald: sie können als „fertiges“ Insekt nicht fressen, denn sie besitzen keinen Mund!


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Cricket in Rotorua

Eine gepflegte Cricket-Partie im Government Garden von Rotorua.

R

otorua wird manchmal auch „Rotten-rua“ genannt, weil es dort etwas verrottet riecht. Schwefeldämpfe kommen allüberall, auch mitten im Stadtgebiet, aus der Erde. Die Kruste ist hier besonders dünn, Rotorua liegt auf der „Taupo Volcanic Zone“ und es dampft, brodelt, blubbert, sprudelt, spritzt, kocht und raucht also heiß aus der Erde heraus. Und das riecht eben nicht gut.

Umsonst kann man sich das im Kuirau Park und den Government Gardens, wo vor dem Fachwerksgebäude des Rotorua Museums weißgekleidete Rentner Cricket spielen, ansehen. Spektakulärer und bunter wird es aber natürlich bei der Bezahlvariante „Wai-O-Tapu Thermal Wonderland“, eines von drei Angeboten, für das wir uns schließlich entschieden haben (17.1.).


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K

aum sind wir eine gute Woche aus Auckland raus, schon weiß ich nicht mehr, wie viele Buchten und Strände ich schon gesehen habe. Dabei waren sie alle bemerkens- und merkenswert! Läge auch nur eine dieser Buchten in Italien, würde ein riesiger Wirbel darum gemacht.

Wie schon angedeutet haben wir unseren ursprünglichen Plan gleich mal umgeschmissen und sind von Auckland aus nicht die Westküste hinauf gefahren, sondern im Osten hoch in den warmen Norden. Klingt komisch, ist aber so, auf der Südhalbkugel eben umgekehrt: Norden = wärmer, Süden = kühler.

Aufregend war natürlich erst einmal, überhaupt das erste Stück mit dem Mietwagen zu fahren, in den wir nach einem etwas umständlichen Abholungsmanöver (aus der Stadt raus zum Flughafen und von dort mit dem Abholservice des Verleihers zum Mietwagenverleiher) erst mittags einsteigen konnten. Es klappte aber alles perfekt, die Automatik war schnell erklärt und schon rollte unser Toyota Corolla Spacio los, links natürlich. Einziges Problem war (und ist) eigentlich, dass der Blinker halt auch an der anderen Seite ist. So stehen wir jetzt manchmal an Kreuzungen und der Scheibenwischer wischt fleißig, bei strahlendem Sonnenschein.


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A

uckland ist keine Stadt, sondern eine nicht enden wollende Vorstadt. Natürlich gibt es das Zentrum Aucklands mit Einkaufsstraßen, -passagen und Kneipen, einigen Wolkenkratzern und dem Skytower, dem mit 328 Metern höchsten Gebäude der südlichen Hemisphäre – in Dubai lacht man sich über diese Höhe allerdings kaputt, oder?

Abgesehen davon ist Auckland allerdings zwar flächenmäßig groß, fühlt sich dennoch aber nicht wie eine Großstadt an, denn außerhalb des recht überschaubaren Zentrums beginnt sofort die „Vorstadt“: lauter kleine Häuschen mit Garten nebeneinander. Aber Marc hat mir schon mehrmals gesagt, dass man „nicht wegen der Städte nach Neuseeland“ komme. Auch recht.


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