Kanada Tag 17 // Weltkulturerbe Head-Smashed-in-Buffalo-Jump

 In Tagebuch

23.09.2017 – Auch heute haben wir uns wieder ein wenig mit Kultur und Traditionen der First Nations hier beschäftigt. Bei deutlich freundlicherem Wetter ließen wir uns am Campground noch Gas nachfüllen (deutlich günstiger als gedacht!), kauften im Großraum Calgary nochmal ein (bei Saveways, ganz schön edel und teuer!) und tankten. Dann tuckerten wir los gen Süden.

Die Sonne kam immer wieder raus, es war locker bewölkt und wir fuhren wieder auf dem schnurgeraden Highway 2 an endlosen Feldern und Rinderweiden entlang. Erst ab der Abzweigung gegen Westen wurde es dann landschaftlich etwas interessanter. Schließlich kamen wir an einem seltsam benannten Weltkulturerbe an: Head-Smashed-in-Buffalo-Jump.

Hier trieben die Blackfoot-Indianer schon vor drei- bis viertausend Jahren Büffel auf steile Abhänge zu, sodass sie eine ganze Herde auf ein Mal töten konnten. Irgendwie raffiniert, irgendwie auch makaber. Das Unternehmen war weitaus komplizierter, als es hier klingt, es mussten erst vorgegebene Schneisen markiert werden, einige Indianer standen an den Rändern, einige trieben (als Wölfe verkleidet) die Herde von hinten, einige liefen (als Büffelkälber verkleidet) voraus.

Nur so konnte die gewünschte Panik erzeugt werden, die schließlich alle Büffel in den Abgrund stürzen ließ. Nach so einer herbstlichen Aktion hatte man jedenfalls genug Essen für den Winter. Die zertrümmerten Knochen der Büffel türmen sich inzwischen meterhoch an diesen Stellen (inzwischen aber von Erde bedeckt).

Im Museum gibt es viel zu sehen, auch einen sehr guten Film, außerdem kann man oberhalb und unterhalb Rundgänge machen, man sieht die Stellen also wirklich gut. Wir waren gut zweieinhalb Stunden aufs Beste und Interessanteste unterhalten und bekamen auch noch ein wenig Sonne ab. Auch die Weiterfahrt Richtung Highway 3, teilweise auf unbefestigten Straßen, war hochspannend.

Eine schöne Steppen- und Hügellandschaft, Rinder, immer wieder die Hirsche mit weißen Schwänzen am Straßenrand, Windräder und Bergpanorama im Hintergrund. Man sieht einerseits bis in die USA, andererseits die schneebedeckten Berggipfel des nahen Waterton National Parks. Der Museums-Guide (selbst Indianer) erzählte uns, dass letzte Woche große Brände im Waterton-Park gewütet hätten, das Besucherzentrum abgebrannt und der Park immer noch geschlossen sei.

Da waren wir dann fast wieder froh über das schlechte Wetter, das uns davon abgehalten hatte, dorthin zu fahren – unsere geplante Route führte eigentlich in den Park! So fuhren wir weiter in den Westen und genossen nur die gute Sicht. Am Crowsnest Pass fanden wir einen günstig gelegenen Campingplatz. Morgen geht es wieder weiter in Richtung der großen Nationalparks, die Wettervorhersage ist auch wieder recht positiv.

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