Paradies auf Erden

J

a, so könnte es wohl aussehen, wenn man sich ein Paradies auf Erden ausmalen dürfte: lange abwechselnd weiße und goldene Strände, unglaublich türkisfarbenes, klares Meer, das in leichten Wellen am Ufer leckt, strahlender Sonnenschein, an der Küste grüner, schattiger Urwald mit Farnen und Moosen. Und nur ab und zu andere Menschen, sodass man dieses Paradies fast für sich allein hat.

Und ungefähr so war es dann, als wir am 2. Februar den kleinsten Nationalpark Neuseelands erkundeten, den Abel Tasman National Park. Von unserem Cottage in Collingwood aus fuhren wir erst einmal direkt hinein in den Park, bis nach Totaranui, wo ein riesiger DOC-Campingplatz liegt. (DOC ist die neuseeländische Naturschutz- und Tourismusorganisation, die unter anderem Tiere rettet, Wanderwege präpariert und einfache Campsites betreibt.)


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N

ach all dem Stadtleben und den ganzen aufgebrezelten Menschen in Wellington hatten wir natürlich wieder richtig Lust auf Natur, frische Luft, Einsamkeit und Wandern. Also fuhren wir am 30.1. schnurstracks aus der Stadt raus und über die uns schon bekannten, damals von Masterton aus überquerten Rimutaka Ranges in das Weinbaugebiet Wairarapa. In den Wein- und Delikatessenorten Martinborough und Greytown hielten wir aber gar nicht, sondern fuhren weiter bis an die Südküste, um dort den südlichsten Punkt der Nordinsel, Cape Palliser, zu erkunden.

Auf dem Weg dorthin liegen allerdings die Putangirua Pinnacles, zu denen man wandern kann, was wir natürlich nicht versäumten. Hier stehen nicht nur eindrucksvolle, von Wasser und Wind aus dem lockeren Gestein gelöste Felssäulen in der Gegend herum, hier wurde auch mal wieder ein Teil aus „Herr der Ringe“ gedreht: Aragorns Ritt in die Pfade der Toten.

So sieht die karge Landschaft auch aus und bei Sturm ist es wahrscheinlich nicht ganz ungefährlich zwischen den weichen Steintürmen… Wir drei stapften jedenfalls durch das hinführende Flussbett und dann sowohl auf einen Aussichtsberg, von dem aus man die Pinnacles von oben bewundern konnte, als auch wagemutig zwischen ihren Füßen herum, was dann doch ein klein wenig unheimlich war.


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E

igentlich könnte man sich nach einer Wanderung wie unserer über den Vulkan Tongariro ja ausruhen. Taten wir aber nicht, war ja klar… Noch am Abend nach der Wanderung (25.1.) fuhren wir nach Napier, wo wir in der sehr netten Jugendherberge (mit Meerblick!) unterkamen. Da haben wir noch schnell gekocht und im hübschen Innenhof gegessen, das war es aber auch.

Erst am nächsten Tag (26.) sind wir durch die Stadt Napier gegangen und haben uns die berühmten Art-deco-Fassaden angesehen. 1931 stürzte die halbe Stadt bei einem Erdbeben zusammen und man entschloss sich, vieles im Stil des Art deco aufzubauen.

Beeindruckender als die ganz ansehnlichen (für jugendstilverwöhnte Europäer aber dann doch nicht sooo besonders bemerkenswerten) Fassaden ist die Lebendigkeit der Stadt. Viele Cafés mit Tischchen und Stühlen draußen, eine lebhafte Fußgängerzone mit Straßenmusikanten, eine Promenade am Meer, alles was ein Küstenort braucht. Und das Art deco führt immerhin dazu, dass die Stadt deutlich weniger hässlich ist und weniger dem neuseeländischen Einheitsbrei kleinerer Städte entspricht.


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G

lühwürmchen glühen. In Neuseeland glühen Glühwürmchen praktischerweise an Höhlendecken, sodass man sie den ganzen Tag lang  und nicht nur nachts bestaunen kann. Und obwohl wir schon einige wenige Glühwürmchen in der Karangahake Gorge gesichtet haben, glühen sie offenbar ganz besonders gerne in den Höhlen rings um Waitomo.

Auch sonst haben diese Glowworms (Arachnocampa luminosa) nicht besonders viel mit europäischen Glühwürmchen zu tun. Sie können nicht fliegen, sondern sind Larven, die an Höhlendecken kleben und dort lange klebrige Fäden spinnen, die herunterhängen. Dann glühen sie, in Gruppen, damit in die Höhle fliegende Insekten glauben den Sternenhimmel über sich zu haben und hinfliegen. Sie verheddern sich und werden von den Glowworms gefressen. Nicht besonders romantisch. Fressen müssen sie aber, denn einmal verpuppt und als Fliege geschlüpft zeugen sie nur weitere Glowworms und sterben bald: sie können als „fertiges“ Insekt nicht fressen, denn sie besitzen keinen Mund!


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K

aum sind wir eine gute Woche aus Auckland raus, schon weiß ich nicht mehr, wie viele Buchten und Strände ich schon gesehen habe. Dabei waren sie alle bemerkens- und merkenswert! Läge auch nur eine dieser Buchten in Italien, würde ein riesiger Wirbel darum gemacht.

Wie schon angedeutet haben wir unseren ursprünglichen Plan gleich mal umgeschmissen und sind von Auckland aus nicht die Westküste hinauf gefahren, sondern im Osten hoch in den warmen Norden. Klingt komisch, ist aber so, auf der Südhalbkugel eben umgekehrt: Norden = wärmer, Süden = kühler.

Aufregend war natürlich erst einmal, überhaupt das erste Stück mit dem Mietwagen zu fahren, in den wir nach einem etwas umständlichen Abholungsmanöver (aus der Stadt raus zum Flughafen und von dort mit dem Abholservice des Verleihers zum Mietwagenverleiher) erst mittags einsteigen konnten. Es klappte aber alles perfekt, die Automatik war schnell erklärt und schon rollte unser Toyota Corolla Spacio los, links natürlich. Einziges Problem war (und ist) eigentlich, dass der Blinker halt auch an der anderen Seite ist. So stehen wir jetzt manchmal an Kreuzungen und der Scheibenwischer wischt fleißig, bei strahlendem Sonnenschein.


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