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ie unterscheiden sich denn nun Neuseeland und Australien? „So eine dumme Frage!“, muss ich mir da gleich selbst zurufen, „das kann man doch gar nicht vergleichen! Zwei komplett verschiedene Länder!“ – „Naja, aber ich könnte es doch versuchen, wir sind jetzt schon ein paar Wochen in Australien und zumindest erste Eindrücke…“ – „Na, dann versuch es doch, wirst schon sehen, wohin das führt!“ – „…“

Okay, natürlich, man kann Neuseeland und Australien irgendwie schlecht vergleichen. Beide sind sich vor allem darin ähnlich, dass sie englisch geprägt sind: man spricht Englisch, fährt links und „genießt“ teilweise die englische Küche. Aber das kam ja eigentlich erst später. Und sonst? Neuseeland „ist“ zwei Inseln, klein, schmal, extrem grün und teilweise ziemlich nass. Australien ist riesig, ein Kontinent mit roter verbrannter Erde, ausgetrocknet oder gleich überschwemmt. So weit wie das Land ist aber auch der Himmel, nirgendwo kann es mehr Himmel geben als im australischen Outback. Und nirgendwo kann es besser riechen als in einem australischen Eukalyptuswald, würzig und atembefreiend, wobei die meisten Wälder in Australien Eukalyptuswälder sind.


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egen Ende unserer Neuseelandreise (am 24.2.) haben sich zwei meiner Leidenschaften aufs Trefflichste verbunden: Essen und das Meer. An der Westküste, nördlich der verregneten Fjordlands und Gletscherregion, liegen die „Pancake-Rocks“ an der Tasman-Sea. Benannt sind die ins Meer ragenden Felsformationen so, weil sie riesigen Bergen aufeinandergestapelter Pfannkuchen ähneln. Zu unserer Überraschung sind an der Küste nicht nur etwa zwei solcher Felsen, sondern eine ganze Reihe, an denen entlang man auf einem Weg schlendern kann.

Pancake Rocks in Neuseeland

Zum Anbeißen, aber aus Stein: Die Pancake Rocks


Und an manchen Stellen befinden sich sogar sogenannte „Blowholes“, die sozusagen das Sahnehäubchen auf die Pfannkuchen setzen. In Form von durch Tunneln aus Felslöchern spritzender Gischt, versteht sich. Und da steht man dann eine Weile, fotografiert und wartet auf besonders machtvoll heranwallende Wellen, die in den Felsritzen hochsteigen und dann die Pancakes mit Salzwasser-Puderzucker überstäuben. Durchaus angenehmer Zeitvertreib! Insgesamt beeindruckender als gedacht, diese Pancake-Rocks.


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Paradies auf Erden

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a, so könnte es wohl aussehen, wenn man sich ein Paradies auf Erden ausmalen dürfte: lange abwechselnd weiße und goldene Strände, unglaublich türkisfarbenes, klares Meer, das in leichten Wellen am Ufer leckt, strahlender Sonnenschein, an der Küste grüner, schattiger Urwald mit Farnen und Moosen. Und nur ab und zu andere Menschen, sodass man dieses Paradies fast für sich allein hat.

Und ungefähr so war es dann, als wir am 2. Februar den kleinsten Nationalpark Neuseelands erkundeten, den Abel Tasman National Park. Von unserem Cottage in Collingwood aus fuhren wir erst einmal direkt hinein in den Park, bis nach Totaranui, wo ein riesiger DOC-Campingplatz liegt. (DOC ist die neuseeländische Naturschutz- und Tourismusorganisation, die unter anderem Tiere rettet, Wanderwege präpariert und einfache Campsites betreibt.)


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ach all dem Stadtleben und den ganzen aufgebrezelten Menschen in Wellington hatten wir natürlich wieder richtig Lust auf Natur, frische Luft, Einsamkeit und Wandern. Also fuhren wir am 30.1. schnurstracks aus der Stadt raus und über die uns schon bekannten, damals von Masterton aus überquerten Rimutaka Ranges in das Weinbaugebiet Wairarapa. In den Wein- und Delikatessenorten Martinborough und Greytown hielten wir aber gar nicht, sondern fuhren weiter bis an die Südküste, um dort den südlichsten Punkt der Nordinsel, Cape Palliser, zu erkunden.

Auf dem Weg dorthin liegen allerdings die Putangirua Pinnacles, zu denen man wandern kann, was wir natürlich nicht versäumten. Hier stehen nicht nur eindrucksvolle, von Wasser und Wind aus dem lockeren Gestein gelöste Felssäulen in der Gegend herum, hier wurde auch mal wieder ein Teil aus „Herr der Ringe“ gedreht: Aragorns Ritt in die Pfade der Toten.

So sieht die karge Landschaft auch aus und bei Sturm ist es wahrscheinlich nicht ganz ungefährlich zwischen den weichen Steintürmen… Wir drei stapften jedenfalls durch das hinführende Flussbett und dann sowohl auf einen Aussichtsberg, von dem aus man die Pinnacles von oben bewundern konnte, als auch wagemutig zwischen ihren Füßen herum, was dann doch ein klein wenig unheimlich war.


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eben Napier gibt es noch eine zweite Art-Deco-Stadt in der Hawke’s Bay, Hastings, wo wir am 27.1. einen kurzen Zwischenstopp machten. Auch nett, aber nur einige Art-deco- bzw. Spanish-Mission-Bauten, der Rest ist durchschnittlich. Deshalb ging es dann auch zügig – und deutlich spektakulärer – weiter.

Uhrenturm Hastings

Der hübsche Uhrenturm in Hastings.

Zunächst fuhren wir auf die Hügelspitze Te Mata Peak, die nicht besonders hoch ist (400m), aber eine wirklich schöne Rundum-Aussicht bietet: Hügel, Meer, ein Fluss, die Vulkane Ruapehu und Tongariro weit im Hintergrund. Und weiter ging es nach Süden, ohne viele Unterbrechungen bis nach Castlepoint an der Ostküste.

Dort steht ein schlanker weißer Leuchtturm auf einer Felsklippe, die man nur über eine Sandbank erreichen kann. Da sind wir also hinauf und haben die Aussicht über die Küste genossen, dann sind wir ein Stück den Strand entlang und auf den Castle Rock, der Bucht und Leuchtturm noch ein Stück überragt und von dem wir fast heruntergeweht wurden.


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igentlich könnte man sich nach einer Wanderung wie unserer über den Vulkan Tongariro ja ausruhen. Taten wir aber nicht, war ja klar… Noch am Abend nach der Wanderung (25.1.) fuhren wir nach Napier, wo wir in der sehr netten Jugendherberge (mit Meerblick!) unterkamen. Da haben wir noch schnell gekocht und im hübschen Innenhof gegessen, das war es aber auch.

Erst am nächsten Tag (26.) sind wir durch die Stadt Napier gegangen und haben uns die berühmten Art-deco-Fassaden angesehen. 1931 stürzte die halbe Stadt bei einem Erdbeben zusammen und man entschloss sich, vieles im Stil des Art deco aufzubauen.

Beeindruckender als die ganz ansehnlichen (für jugendstilverwöhnte Europäer aber dann doch nicht sooo besonders bemerkenswerten) Fassaden ist die Lebendigkeit der Stadt. Viele Cafés mit Tischchen und Stühlen draußen, eine lebhafte Fußgängerzone mit Straßenmusikanten, eine Promenade am Meer, alles was ein Küstenort braucht. Und das Art deco führt immerhin dazu, dass die Stadt deutlich weniger hässlich ist und weniger dem neuseeländischen Einheitsbrei kleinerer Städte entspricht.


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ir waren shoppen! Den Vormittag des 22.1., Samstag, haben wir tatsächlich dazu genutzt, durch die Einkaufsstraße von New Plymouth zu tigern und noch ein Wanderhemd und einen Hut für Marc bei Kathmandu (neuseeländische Marke) zu erstehen.

Dann haben wir uns allerdings in unser Auto geschwungen und auf den Weg vom einen Vulkan zum nächsten nach Osten gemacht, vom Taranaki zum Tongariro. Dazu haben wir den „Forgotten World Highway“ benutzt, der von Stratford nach Taumarunui führt. Toller Name, tatsächlich ist die Route nicht besonders spektakulär und auch nicht verlassener als andere Strecken, landschaftlich aber doch ganz hübsch. Es gibt an den Pässen immer wieder Aussichtspunkte auf Taranaki, die umliegenden Täler und rüber zum Tongariro bzw. Ruapehu. Allerdings war es auf der Fahrt bedeckt und irgendwann fing es an zu regnen, sodass man leider wirklich keine gute Sicht hatte.


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ass die Kühe und Schafe hier in Neuseeland einfach glücklicher und zufriedener wirken, hatte ich ja schon erwähnt. Sie fressen das saftige, extrem grüne neuseeländische Gras und haben riesige Weiden. Die Kühe haben glänzendes Fell, wirken muskulös, bewegen sich mehr als unsere Milchkühe und machen auch schon mal Freudensprünge.

Ab und zu sieht man auch Rehe (und/oder Hirsche?) eingezäunt auf Weiden, was ein einigermaßen seltsamer Anblick ist. Die Schäfchen sind mehr oder weniger geschoren, stehen auf die Hügel verteilt oder trinken an einem Bach und rennen putzig mit ihren Hintern wackelnd davon, wenn ein Auto vorbei fährt. Insgesamt geht es denen wahrscheinlich ganz gut.

Trotzdem büchsen ziemlich oft welche aus, sodass Marc Neuseeland schon das „Land der freilaufenden Nutztiere“ getauft hat. Wir hatten auf unseren Ausfahrten jedenfalls schon beinahe massenweise Kühe, Schafe, Hühner und auch mal ein Pferd (bei unserem Abstecher zum Ninety Mile Beach) direkt an der Straße stehen. Auch Kaninchen hoppeln da rum, die sind allerdings schon länger „ausgebrochen“ und vermehren sich nun fröhlich…


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