Besuch im Auenland // Neuseeland Tag 56

 In Tagebuch

Ach, wie gerne wäre ich ein Hobbit! In einer gemütlichen Hobbit-Höhle mit runden Fenstern und Türen wohnen, Blumen davor, das Wetter ist immer gut, mindestens 5 Mal am Tag essen, Bier trinken, keine Sorgen… Und ab und zu kommt Gandalf vorbei und macht ein Feuerwerk. Also ich wäre dabei! Der perfekte Hintergrund für diesen Traum sind selbstverständlich die grünen Hügel Neuseelands. Wer ahnt jetzt schon, wo wir den letzten richtigen Tag unserer Neuseelandreise verbracht haben?

Blick vom Green Dragon auf den See

Nach längerem Hin-und-her-Überlegen haben wir uns doch entschieden, „Hobbiton“ zu besuchen. Bei Matamata mitten auf der Nordinsel Neuseelands liegt nämlich der Drehort, an dem alle Szenen aus „Herr der Ringe“ und dem „Hobbit“, die im Auenland bzw. Shire spielen, gefilmt worden sind. Und nach den Dreharbeiten zum „Hobbit“ hat man nicht nur eine Hobbithöhle stehen lassen, vielmehr wurde das ganze Hobbit-Dorf in Absprache mit dem Farmer, der das Land besitzt, aus dauerhaften Materialien gebaut und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Gegen einen Besuch sprach für uns, dass es nicht ganz billig und übelst touristisch ist, vor allem aber, dass man das Auenland nur auf geführten Touren besichtigen kann – alleine herumstromern, fotografieren und verweilen ist also nicht. Buchen mussten wir bereits zwei Wochen vorher, weil die Touren wirklich schnell und schon weit im Voraus voll belegt sind. Bereut haben wir unsere Entscheidung allerdings dann keine Sekunde.

So richtig vorstellen konnten wir uns trotz aller Bilder nämlich nicht, was uns da erwarten würde. Und obwohl wir durchaus recht hohe Erwartungen hatten, wurden diese doch noch übertroffen. Zum Beispiel gibt es unglaublich viele verschiedene Hobbithöhlen, teilweise mit unterschiedlichen Themen (Imker, Bäcker, Käse, Maler…), was zusammen wirklich ein ganzes Dorf ergibt. Es gibt Vorgärten und Zäune und Briefkästen, Vogelhäuser, Wäscheleinen mit Hobbit-Gewändern und Laternen. Alles ist mit wahnsinnig viel Liebe zum Detail gestaltet, wir hatten das schon gelesen, konnten es uns aber nicht recht vorstellen. Dazu gibt es die wunderschönen echten Gärten, Teich und See, Büsche, schöne Bäume, nebenan Schafe auf der Weide, die Hummeln summen und die Schmetterlinge fliegen herum, sodass man noch mehr das Gefühl bekommt, dass das hier alles „echt“ ist.

Die Führung dauert fast zwei Stunden, sicher gäbe es auch für vier Stunden genug anzuschauen und zu bestaunen, aber es ist auch nicht so, dass man durchgehetzt wird. Man kann durchaus stehen bleiben und Fotos machen, auch wenn man zwischendurch von all den schönen und niedlichen Dingen ein bisschen überfordert ist. Wir haben es jedenfalls geschafft, nicht von unserer Gruppe und der lustigen Führerin (ein echtes Matamata-Girl) abgehängt zu werden. Alle anderen bleiben schließlich auch stehen und fotografieren. Auf der Führung bekommt man auch wirklich noch ein paar interessante Dinge zu den Dreharbeiten, zur Detailverliebtheit von Peter Jackson und zum künstlichen Baum auf der Beutlin-Höhle zu hören.

Besonders begeistert war unsere Führerin allerdings vom letzten Programmpunkt: auf der anderen Seite der steinernen Brücke, an der Mühle vorbei, steht das Gasthaus „Zum grünen Drachen“ und dort gibt es noch ein Freibier! Das Bier ist sehr lecker und trägt sicher auch dazu bei, dass man die Tour toll findet. Die reetgedeckten Steinbauten Mühle, Gasthaus (und eine kleine Schmiede) sind aber ebenfalls toll gestaltet und im Gasthaus entdeckt man jede Menge kleine Details. Ich weiß nicht, ob das inzwischen schon klar geworden ist: wir waren wirklich mehr als zufrieden, fast schon begeistert. Und wir würden jederzeit einziehen!

Gut, genug geschwärmt. Das Visitor-Centre in Matamata kann man sich auch anschauen, das sieht nämlich auch wie ein Steinhaus mit Reetdach aus dem Auenland aus. Außerdem haben wir in Matamata ein Paket aufgegeben, an uns selbst adressiert. Vor allem meine Muscheln wären im Rucksack auf der Flugreise sicher zerbrochen und auch sonst ist es gut, wenn wir etwas weniger weiter durch Australien und zurück nach Deutschland transportieren müssen. Leider sind Pakete aus Neuseeland inzwischen richtig teuer, denn es gibt nur noch Luftpost, per Schiff wird seit ein paar Jahren gar nicht mehr versendet. Schade.

Gespart haben wir dagegen in der Nacht, denn zum ersten Mal waren wir auf einem Umsonst-Campingplatz. Beim Bootsclub in Kaiaua ist das Campen über Nacht erlaubt und man darf die öffentlichen Toiletten benutzen. Sonst gibt es hier nichts (keine Duschen, Spülbecken etc.), aber man hört immerhin das Meer rauschen. Für unsere letzte Nacht im Camper war das ganz okay.

Tagebuchprotokoll vom 2. März 2018
Gefahrene Distanz: 171 Km
Wanderungen: 4,5 Km
Unterkunft: Kaiaua Boat Club
Lese-Tipps
2 Kommentare
  • Kaya
    Christiane Goldsohn
    Antworten

    💚💚💚
    Jetzt will ich sofort die ganzen Szenen im auenland anschauen… 😊

    • Kaya
      Kaya
      Antworten

      Oh ja, das müssen wir wohl auch nochmal tun. Eventuell sogar die Extended Version, da gibt es wohl noch mehr Auenland-Szenen.

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