Und dann waren da noch zwei Kängurus. Die sich begegneten, im letzten Abendsonnenschein. Vom Hügel aus konnte man den Pazifik sehen und das letzte Glitzern der Wellen drunten am Strand von Johanna Beach. Aber Kängurus sind auch nur Menschen. Da können Abendsonne, Wellen und Strand wenig dran ändern, wenn einem als Känguru kurz vor Beginn der Nachtschicht ein alter Rivale begegnet, dann kann einem das ganz schnell den Abend verderben…

Begegnung Känguru

Begegnen sich zwei Kängurus im letzten Abendsonnenschein...


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E

s ist eine elende Fahrerei! Also ganz grundsätzlich betrachtet. In Australien wird das Autofahren zur Herausforderung. Jeder Ortswechsel ist meistens gleichbedeutend mit einer mehrstündigen Fahrt über hunderte Kilometer. Das ganze bei hohen Temperaturen, dafür aber – vergleichsweise – niedriger Geschwindigkeit. Mehr als 100 km/h sind fast nirgendwo erlaubt. Und so ist fast jede Autofahrt in Australien auch eine kleine Geduldsprobe. Aber keine Regel ohne Ausnahme. Eine der herausragenden Ausnahmen ist die „Great Ocean Road“ an der Südküste…

Ein größerer Gegensatz ist kaum vorstellbar: Im (gemäßigten) Outback rund um Broken Hill führte uns der Highway eigentlich immer nur monoton geradeaus. Alle zwanzig oder dreißig Kilometer vielleicht eine kleine Kurve, dann verlief die Strecke wieder schnurgerade. Und das alles zwei- oder dreihundert Kilometer lang. Nur zwei Tage später – nach kleinem Zwischenstopp in den Grampians – waren wir wieder an der Küste angekommen. In Torquay Bay machten wir Mittagspause, einen kurzen Stadtspaziergang und dann ging es auch wieder weiter. Die „Great Ocean Road“ war unser Ziel. Jene legendäre Küstenstraße, die auf 250 Kilometern von Warnambool bis (fast) nach Melbourne führt.


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Outback für Anfänger

U

nsere ersten Outback- und Australien-Erlebnisse abseits von Städten (Adelaide), kultivierten Gegenden (Barossa Valley) und künstlichem Wildlife begannen in Orroroo. Nur ein Stück nach dem Clare-Valley beginnt irgendwo das Nirgendwo. Orroroo ist an der Grenze zum Nirgendwo, es hat einen komischen Namen, auch im Ortszentrum keinen vernünftigen Mobilfunkempfang…

Und abends auf dem sehr günstigen Campingplatz wurden wir einerseits fast von Unmengen von Heuschrecken aufgefressen, andererseits haben wir hier aber auch unsere ersten Kakadu-Schwärme gehört. Die lärmenden Kakadus hört man ja sehr weit, auch wenn man sie nicht von Nahem sieht. Und nachdem die weißen Kakadus mit den gelben Kämmen ihre Schlafbäume in Sichtweite des Campingplatzes hatten, sah man sie rüberfliegen und hörte sie eine ganze Weile lang, bis der ganze Schwarm angeflogen, angekommen, eingerichtet und eingeschlafen war.

Giant Gum Tree

Etwa 500 Jahre alt ist dieser Eukalyptusriese. Stammdurchmesser fast 11 Meter.

Die Sehenswürdigkeiten um den Ort sind einigermaßen seltsam. Orroroo protzt einerseits mit einem riesigen Eukalyptusbaum, der auch „Widow-Maker“ genannt wird, da er ab und zu unangekündigt dicke Äste fallen lässt. Andererseits gibt es den „Magnetic Hill“. Man fährt eine ganze Weile auf einer unbefestigten Straße durch die Wildnis, um an den Fuß des Hügels zu kommen, dort soll man sein Auto im Leerlauf stehen lassen, das Auto rollt dann angeblich nach oben oder es sieht so aus als rolle es nach oben (die Formulierungen sind da unterschiedlich). Ob unser Camper zu schwer war, es sich um eine optische Täuschung handelt, auf die wir einfach nicht geachtet haben (weil wir tatsächlich hochgezogen zu werden hofften) oder ob der ganze Hügel einfach ein Hinweis auf den schrägen Humor der Australier ist (Unsinn in Touristen-Info-Hefte und auf Schilder am Straßenrand zu schreiben und sich dann über leichtgläubige Touristen zu amüsieren), wir wissen es nicht. Es tat sich jedenfalls gar nichts.


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W

oran denkt man beim Stichwort Australien als erstes? Klar, an Kängurus. Und wenn man sich ein klein wenig auskennt, dann vielleicht auch noch an andere Beuteltiere, an Koalas und Wombats etwa. Um nach unserem Adelaide-Aufenthalt erstmals diese australischen Tiere zu begutachten, sind wir ganz in der Nähe in einen Wildlife-Park gefahren, also eine Art Zoo mit größeren, teils zugänglichen Gehegen. Der Cleland Park wirbt damit, dass man dort sehr nah an die Tiere herankommt und unter anderem auch Koalas knuddeln darf! Mussten wir natürlich machen.

Zwei Stunden am Tag setzen sie also einen Koala auf einen Baumstamm, wobei der Koala von klein auf an Menschen gewöhnt ist, eine Pflegerin immer daneben steht, aufpasst, erklärt und den Koala mit Eukalyptusblättern füttert. Und Eukalyptus ist ein gutes Stichwort: so ein Koala riecht ganz intensiv nach Eukalyptus, also wie ein großes Hustenbonbon! Das graue Fell ist ganz weich und flauschig und unser Koala hat sich kein bisschen aus der Ruhe (bzw. aus dem Fressen) bringen lassen, wenn man ihn ein wenig am Rücken gestreichelt hat. Und der untere Rücken eines Koalas ist unter dem Flauschfell ganz hart, als hätte er eine Knochenplatte da, damit er sich besser in Astgabeln klemmen kann. Koalas scheinen also kuschlige, duftige, recht gelassene, ziemlich kurzsichtige und unter Umständen nicht besonders kluge Zeitgenossen zu sein, jedenfalls wirken sie so. Aber sehr putzig!


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W

ie unterscheiden sich denn nun Neuseeland und Australien? „So eine dumme Frage!“, muss ich mir da gleich selbst zurufen, „das kann man doch gar nicht vergleichen! Zwei komplett verschiedene Länder!“ – „Naja, aber ich könnte es doch versuchen, wir sind jetzt schon ein paar Wochen in Australien und zumindest erste Eindrücke…“ – „Na, dann versuch es doch, wirst schon sehen, wohin das führt!“ – „…“

Okay, natürlich, man kann Neuseeland und Australien irgendwie schlecht vergleichen. Beide sind sich vor allem darin ähnlich, dass sie englisch geprägt sind: man spricht Englisch, fährt links und „genießt“ teilweise die englische Küche. Aber das kam ja eigentlich erst später. Und sonst? Neuseeland „ist“ zwei Inseln, klein, schmal, extrem grün und teilweise ziemlich nass. Australien ist riesig, ein Kontinent mit roter verbrannter Erde, ausgetrocknet oder gleich überschwemmt. So weit wie das Land ist aber auch der Himmel, nirgendwo kann es mehr Himmel geben als im australischen Outback. Und nirgendwo kann es besser riechen als in einem australischen Eukalyptuswald, würzig und atembefreiend, wobei die meisten Wälder in Australien Eukalyptuswälder sind.


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A

ngekommen. Das Beutelthierchen ist in Australien. Endlich! Denn hier gehört es ja eigentlich auch hin. Ins Land der Beuteltiere. Ins Land der K-Tiere: Koalas, Känguruhs, Kakadus und Krokodile. Wobei sich das Beutelthierchen ehrlicherweise vor den Letztgenannten ein wenig fürchtet. Krokodile haben einfach ein paar Zahnreihen zuviel, findet das Beutelthierchen. Aber Koalas und Känguruhs sind natürlich toll. Sind ja auch Artgenossen vom Thierchen und genauso kuschelig. Aber jetzt muss dieses Land, das ja ein ganzer riesiger Kontinent ist, erstmal entdeckt und vom Thierchen und seinen beiden Kumpanen (auch mit „K“) erobert werden.

Die zwei Monate in Neuseeland haben dem Beutelthierchen ja sehr, sehr gut gefallen. Die vielen, vielen, vielen traumhaft wilden und traumhaft schönen Strände zum Beispiel. Oder die Vulkane und die anderen Berge und natürlich die Regenwälder, durch die das Thierchen fast jeden Tag gewandert ist.

Jetzt aber soll Australien erkundet werden. Von der West- zur Ostküste ist Australien 4000 Kilometer breit und vom Nordzipfel bis zur Südspitze sind es auch noch 3700 Kilometer. Das heißt also, dass das Beutelthierchen sich nicht das ganze Land ansehen kann. Da wäre es sonst nicht zwei Monate, sondern zwei Jahre unterwegs. Aber der Süden und der Osten soll näher angeschaut werden, konkret die Strecke von Adelaide über Melbourne und Sydney bis hoch nach Brisbane (und ein Stückchen drüber hinaus). Und im Norden wird die Gegend um Darwin erkundet und schließlich auch das rote Zentrum: Alice Springs und der Uluru. Das aber erst ganz zum Schluß der Reise, wenn es dort nicht mehr ganz so heiß ist.


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G

egen Ende unserer Neuseelandreise (am 24.2.) haben sich zwei meiner Leidenschaften aufs Trefflichste verbunden: Essen und das Meer. An der Westküste, nördlich der verregneten Fjordlands und Gletscherregion, liegen die „Pancake-Rocks“ an der Tasman-Sea. Benannt sind die ins Meer ragenden Felsformationen so, weil sie riesigen Bergen aufeinandergestapelter Pfannkuchen ähneln. Zu unserer Überraschung sind an der Küste nicht nur etwa zwei solcher Felsen, sondern eine ganze Reihe, an denen entlang man auf einem Weg schlendern kann.

Pancake Rocks in Neuseeland

Zum Anbeißen, aber aus Stein: Die Pancake Rocks


Und an manchen Stellen befinden sich sogar sogenannte „Blowholes“, die sozusagen das Sahnehäubchen auf die Pfannkuchen setzen. In Form von durch Tunneln aus Felslöchern spritzender Gischt, versteht sich. Und da steht man dann eine Weile, fotografiert und wartet auf besonders machtvoll heranwallende Wellen, die in den Felsritzen hochsteigen und dann die Pancakes mit Salzwasser-Puderzucker überstäuben. Durchaus angenehmer Zeitvertreib! Insgesamt beeindruckender als gedacht, diese Pancake-Rocks.


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E

igentlich hätte man es sich denken können. Schließlich steckt es ja schon im Wort: Regenwald. Und so darf man sich dann auch nicht darüber beschweren, dass es regnete. Schade war es trotzdem, dass unser Besuch von Neuseelands Südwesten ziemlich naß wurde. Immerhin bei unserer Fahrt über den Milford-Sound hatten wir sonniges Bilderbuchwetter. Aber der Reihe nach…

Für viele Neuseeland-Fans zählt der äußerste Südwesten der Südinsel zu den absoluten Highlights. Dort erstreckt sich der Fiordland-Nationalpark, geprägt von den gebirgigen Regenwäldern und insgesamt 14 tiefen Einschnitten, den Fjorden, die sich von der Tasman-See bis weit ins Landesinnere ziehen. Und es ist tatsächlich eine besondere Landschaft. Wir waren die Tage zuvor ja in den Catlins, ganz im Süden Neuseelands, unterwegs gewesen und hatten allerlei Gethier aufgestöbert. Jetzt ging es also wieder ein Stück gen Norden. Der State Highway 94 führte uns über das Örtchen Monowai nach Te Anau, dem touristischen Zentrum des Fiordlands. Bei einem Zwischenstopp hatten wir uns noch im „Dean Forest“ umgesehen und dort die wirklich uralten Totara-Bäume bewundert. Die größten und ältesten davon haben mehr als 1000 Jahre auf dem Buckel bzw. auf dem Holz.


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